Kundenbeziehungen und -sicherheit

Kundenbeziehungen und -sicherheit

WAS IST LOS AM BREMER HAUPTBAHNHOF?

Immer wieder war der Hauptbahnhof in der Vergangenheit in den Schlagzeilen. Die Polizei bewertet ihn als Brennpunkt für Raub- und Drogenkriminalität. Auch bei der BSAG landen Beschwerden von Menschen, die sich am Hauptbahnhof nicht wohlfühlen. Das soll sich ändern.

»Auf die Bänke kann man sich als zahlender Fahrgast nicht setzen, auch nicht, wenn man geschwächt ist. Und angepöbelt wird man auch noch.« So klingt es, wenn BSAG-Kundinnen und -Kunden sich über die Situation an der Umsteigeanlage am Hauptbahnhof beschweren. Alkoholkranke Menschen, Drogenabhängige und Wohnungslose nutzen die Bänke an den Haltestellen häufig als Dauergäste.

»Seit auf dem Investorengrundstück gebaut wird, ist diese Personengruppe dort verdrängt worden«, erklärt Ralf Gießmann, der bei der BSAG für das Thema Sicherheit zuständig ist. Menschen, die sich am Hauptbahnhof nicht wohlfühlen – das ist nicht allein ein Problem der BSAG. Auch die Gastronomen und Hoteliers in der Gegend haben ein Interesse daran, dass es um den Bahnhof attraktiver wird.

Die Politik hat sich ebenfalls eingeschaltet. Bereits im September 2017 präsentierten Innensenator Ulrich Mäurer und der damalige Bürgermeister Carsten Sieling (beide SPD) ein Programm für mehr Sauberkeit, Sicherheit und Aufenthaltsqualität am Hauptbahnhof. Seitdem ist auch Jens Körber im Amt. Jahrelang war er leitender Polizeibeamter, jetzt hat er eine neue Aufgabe: Er koordiniert alle Projekte rund um den Hauptbahnhof. Und das sind viele.

Mit dabei ist die BSAG. Die neuen Mobilen Servicedienstleistenden des Unternehmens sind seit Sommer am Hauptbahnhof präsent. Sie helfen nicht nur Fahrgästen bei der Suche nach der richtigen Linie, sondern haben auch die Sauberkeit im Blick. »Allein diese Präsenz bringt was«, ist Jens Körber überzeugt.

Die Verfolgung von Straftaten bleibt weiterhin Polizeiarbeit. Sie wertet das Lagebild aber regelmäßig gemeinsam mit der BSAG aus. Schon jetzt sind die Uniformierten präsenter als früher. »Wir stehen bis Mitternacht mit einem Fahrzeug vor dem Bahnhof und gehen auch Streife«, sagt Körber. 2019 will die Bremer Polizei sogar ein neues Kommissariat neben der Radstation an der Vorderseite des Hauptbahnhofs beziehen – gemeinsam mit der Bundespolizei. Voraussichtlich im zweiten Quartal werden zwei Kontaktpolizisten der Bremer Polizei dort ihren Dienst antreten.

Außerdem soll der komplette Bahnhofsbereich mit Kameras ausgestattet werden. Mitarbeitende sollen aus der Polizeileitstelle heraus das Areal von der BSAG-Umsteigeanlage bis zum Überseemuseum im Blick haben. Auch der ZOB am Hugo-Schauinsland-Platz und der Nordausgang des neu entstehenden City-Gates werden erfasst. Damit will die Polizei vor allen Dingen die dortige offene Drogenszene bekämpfen.

Auch die Anwesenheit von Trinkerinnen und Trinkern sowie Obdachlosen stößt Passantinnen und Passanten sauer auf. »Trotzdem brauchen auch diese Menschen einen Aufenthaltsort«, sagt Gießmann. »Auf der anderen Seite gibt es aber eben den Wunsch der Bürger, die sich von dieser Klientel belästigt fühlen.« Körber unterstreicht: »Wir verdrängen nicht die Menschen, sondern ihr Verhalten.«

Um beiden Interessen gerecht zu werden, sollen die Dauergäste nicht nur vertrieben werden. Am Gustav-Deetjen-Tunnel errichtet die Innere Mission zurzeit einen Szenetreff. Überdachte Sitzgelegenheiten mit barrierefreier Toilette sollen als Alternative für die Haltestellenunterstände dienen. Auch Streetworker werden vor Ort sein.

»Wichtig ist, dass so ein Treffpunkt nicht abseits liegt«, betont Bertold Reetz von der Inneren Mission. »Auch diejenigen, die ihn nutzen, wollen am Gemeinschaftsleben teilhaben.« Erste Maßnahmen sind bereits umgesetzt worden. Eine neue Außenbeleuchtung ist in Betrieb. »Die vorher dunkle Bahnhofsfassade hat dazu animiert, sich die 50 Cent für die Bahnhofstoilette zu sparen«, sagt Körber. Bei Bedarf kann die Beleuchtung aufgedreht werden – dann wird es auf dem Vorplatz auch nachts taghell. Die Geschäftsleute, Gebäudeeigentümer, die Deutsche Bahn, das Überseemuseum und weitere wollen sich zu einem Verein für einen attraktiveren Hauptbahnhof zusammenschließen. Und die Polizei hat schon jetzt erste Verbesserungen registriert. »Die Zahl der Raubtaten und Diebstähle ist rückläufig«, sagt Körber. »Aber nur das Zusammenwirken aller Akteure führt dazu, dass es nachhaltig besser wird.«

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