Ganz allein mit Bahn und Drehmaschine

Ganz allein mit Bahn und Drehmaschine

Die Berufe bei der BSAG sind vielfältig, aber kaum einer ist so einsam wie dieser: Wer nachts in der Radsatzhalle arbeitet, ist mutterseelenallein. Deshalb haben die Mitarbeitenden immer ein kleines Gerät dabei, das zwar wie ein Walkie-Talkie aussieht, aber deutlich mehr kann.

Wer zur sogenannten Unterflurradsatzdrehmaschine in die Arbeitsgrube klettert, fühlt sich ganz schön klein. Mit einer Fernbedienung kann Eike Dziuba, der dort an diesem Tag Dienst hat, die GT8N-1 über seinem Kopf vor und zurück bewegen. Dziubas Job: Die Räder der Straßenbahn mithilfe der Maschine so abdrehen, dass die Profile wieder reibungslos in den Schienen laufen können.

»Dadurch wird die Laufzeit der Räder verlängert und die Straßenbahnen fahren leiser und rumpeln weniger. Außerdem beugt es dem Entgleisen der Bahnen vor«, erklärt Dirk Knaak, der für die Koordination in der Radsatzhalle zuständig ist. Zu tun ist immer genug: Denn alle vier Monate muss jedes der 16 Räder aller 119 Straßenbahnen abgedreht werden. 5.712 Räder bearbeitet das Team so jedes Jahr. Das kann bei geringem Wartungsaufwand in 40 Minuten erledigt sein, kann aber auch schon einmal drei Stunden pro Rad dauern.

Ganz allein mit Bahn und Drehmaschine

Um das zu schaffen, wird in der Radsatzhalle auch nachts gearbeitet. Das Erstaunliche: Dank moderner Maschinen kann ein Kollege ohne weitere Hilfe diese Aufgabe übernehmen. Grundsätzlich bedient er allein die Maschine und achtet darauf, dass alles rund läuft. »Nachts sind wir dann ganz alleine in der Halle, da musste ich mich erstmal dran gewöhnen«, sagt Eike Dziuba.

Abgesehen von den Kolleginnen und Kollegen aus der Pförtnerei, die bei ihrem Rundgang vorbeikommen, und Fahrdienstmitarbeitenden, die ein- oder ausrücken, sieht er während der Nachtschicht keinen Menschen. Damit ein möglicher Unfall trotzdem nicht unbemerkt bleibt, sind die Mitarbeitenden aus der Radsatzhalle mit einem speziellen Gerät ausgestattet. Die sogenannte Personen-Notrufanlage sieht aus wie ein Funkgerät und funktioniert auch ähnlich. Mit einem Tastendruck können Dziuba und seine Kollegen die Leitstelle erreichen und Hilfe anfordern.

Was aber nützt das, wenn ein Mitarbeitender bewusstlos ist? Auch daran ist gedacht: Das Gerät, das während der Schicht immer am Körper getragen wird, erkennt, dass die Person auf dem Boden liegt. Es ertönt ein Warnsignal zunächst am Gerät. Schaltet der Mitarbeitende es nicht aus, geht sofort in der Leitstelle ein Notruf ein.

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