Energie

[GRI 302]

Seit dem Jahr 2010 bezieht die BSAG zertifizierten Ökostrom sowohl für Fahrzeuge als auch für alle Standorte, sodass wir in diesen Bereichen bereits weitgehend klimaneutral arbeiten. Im Gebäudebereich konzentrieren wir uns daher auf die Verbesserung der Energieeffizienz. Eine koordinierende Rolle für Energiesparmaßnahmen nimmt unser Arbeitskreis Energie ein.

Kernziel der 2014 beschlossenen und auf vier Jahre befristeten „Betriebsvereinbarung Energieeinsparungen“ war, die Motivation aller Mitarbeitenden für das Thema Energiesparen durch eigene Beiträge zu erhöhen – etwa beim Fahren von Bussen, Straßenbahnen und Dienstfahrzeugen oder in Büros und Werkstätten. An den so erzielten Kosteneinsparungen sollten jeweils zur Hälfte das Unternehmen und die Mitarbeitenden beteiligt werden. Unterschritten die Ist-Werte die Plan-Werte, so kam es zu einer Finanzierung von teambildenden Maßnahmen.

Im Jahr 2017 haben wir damit begonnen, ein System zu testen, das unser Fahrpersonal bei einer energiesparenden Fahrweise unterstützt und ihnen individuelle Rückmeldungen gibt. Mit diesem System ist die Einführung eines individualisierten Belohnungssystems möglich. Der Test verlief technisch gut und die Akzeptanz der Testfahrenden war positiv. Auch konnten Diesel-Einsparungen verzeichnet werden. Jedoch sind die Investitions- und Betriebskosten des Systems so hoch, dass eine Refinanzierung durch die Einsparungen nicht darstellbar war. Eine Einführung des Systems ist deshalb vorerst nicht geplant.

Energieverbrauch der Elektrobusse

[302-3, 302-5 ]

Im Berichtsjahr 2018 sank der spezifische Energieverbrauch der Straßenbahnen geringfügig von 401 Kilowattstunden pro 100 Kilometer (2017) auf 399 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Der spezifische Verbrauch der Busse lag mit durchschnittlich 51,4 Liter Diesel pro 100 Kilometer um 0,4 Liter pro 100 Kilometer über dem Niveau des Vorjahres. 

Berücksichtigt wurden die rund 56.000 km der batterieelektrischen Busse. Diese haben im Jahr 2018 folgende Verbrauchsdaten gezeigt: 

Unsere Messungen bestätigten die Erkenntnis, dass neben der eigentlichen Antriebsenergie noch Ladungsverluste hinzugerechnet werden müssen. Die Literatur geht von rund 20% Ladungsverluste aus, wir haben zwischen 25% und 37% ermittelt. Darüber hinaus muss noch die Energie in Form von Diesel hinzugerechnet werden, die durch den Betrieb der Zusatzheizungen verbraucht wurde. Unserer Erfahrungen gehen von 0,02 bis 0,04 l Diesel pro km, entsprechend 0,2 bis 0,4 kWh/ km aus.

Durchschnittlicher Energieverbrauch der Fahrzeuge

Der Anteil elektrisch durchgeführter Betriebsleistungen der Busse ist mit rund 56.000 Kilometer von insgesamt 14,3 Millionen Nutz-Kilometern im Jahr 2018 noch sehr überschaubar. Dementsprechend betrug der Anteil klimaneutraler Betriebsleistungen im Jahr 2018 35,9 Prozent. Berücksichtigt wurden rund 7,9 Millionen Nutz-Kilometer der Straßenbahnen, die mit Ökostrom betrieben wurden. Um auf einen Anteil von 50 Prozent klimaneutraler Betriebsleistungen zu gelangen, sind bei angenommener gleichbleibender Gesamtbetriebsleistung rund 3,2 Millionen Nutz-Kilometer mit elektrisch betriebenen Bussen im Jahr 2025 zu erbringen.

Entwicklung klimaneutraler Nutz-km

Energieverbrauch der Standorte

[302-1]

Der Gesamtverbrauch elektrischer Energie stieg im Jahr 2018 erstmals wieder um 8,4 Prozent gegenüber 2017 an. Für den Standort Flughafendamm ist bemerkenswert, dass die Verbrauchsmenge auch die Energie beinhaltet, die zur Beladung der zwei Elektrobussen benötigt wurde, die sich derzeit im Testeinsatz befinden. Diese benötigten 2018 immerhin rund 87,7 Megawattstunden Strom. Darüber hinaus werden Busse an den Standorten Flughafendamm und Neue Vahr nicht mehr mit Warmwasser vorgeheizt, sondern mit elektrischen Heizlüftern, die den Strombedarf erhöhen. 
Für den Standort Flughafendamm wurde im Berichtsjahr ein Energiekonzept erarbeitet – beginnend im Jahr 2019 wird das Konzept in den Folgejahren schrittweise umgesetzt.

Verbrauch elektrischer Energie

Der Heizenergieverbrauch sank im Jahr 2018 im Vergleich zum Jahr 2017 geringfügig um 0,4 Prozent oder rund 50.000 Kilowattstunden. Die starke Zunahme in Vegesack ist darauf zurückzuführen, dass das Kundencenter nach erfolgter Sanierung wieder ganzjährig in Betrieb war. Der erhöhte Verbrauch am Flughafendamm ist auch mit dem Neubau der Betriebsstelle zu begründen, die zwar mit einem guten Energiestandard ausgestattet ist, die beheizte Fläche insgesamt aber erhöht wurde.

Heizenergieverbrauch

Jahre können dann miteinander verglichen werden, wenn die Energieverbräuche temperaturbereinigt werden. Das geschieht mit dem sogenannten Gradtagzahlverfahren.

Die Gradtagzahl ist ein Maß für die Tage und die Intensität, an denen Gebäude beheizt werden mussten. Dieser Wert wird dann mit dem langjährigen Mittel verglichen. Sie lag 2018 um 173 Punkte unter denen des Vorjahres und um 530 Punkte unter dem langjährigen Mittel. Das heißt, das Jahr 2018 war bekanntermaßen sehr warm. Normiert auf das langjährige Mittel (d.h. wenn das Jahr 2018 so warm gewesen wäre wie das langjährige Mittel) lag der bereinigte (theoretische) Heizenergiebedarf im Jahr 2018 daher erheblich über dem Jahres 2017.

Wichtige Zielgröße ist auch der Energieverbrauch pro beheizter Nutzfläche. Wir streben an, diesen Wert vom Basisjahr 2013 bis zum Jahr 2025 um 15 Prozent zu senken. Zur Datenerfassung wird das BSAG-interne Energiemonitoring sukzessive ausgebaut.

Für die Gebäudeeffizienz bedeutet die Zielsetzung, dass die Kennzahl Heizenergiebedarf pro Quadratmeter beheizter Nutzfläche von einem Wert von 210 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr 2013 auf 178,5 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr 2025 sinken muss.

Im Jahr 2018 haben wir den anzustrebenden Wert in Höhe von 197 Kilowattstunden pro Quadratmeter mit 212 Kilowattstunden pro Quadratmeter übertroffen.

Heizenergieverbrauch (temperaturbereinigt) pro m2 beheizter Nutzfläche

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