Emissionen

[GRI 305-1, 305-2, 305-4, 305-5]

Die CO2-Emissionen der BSAG verringerten sich im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr um 0,6 Prozent. Ursache dafür ist insbesondere der leicht gesunkene Dieselverbrauch. Betrachtet man die langfristige Entwicklung der Jahre 2003 bis 2018, so erkennt man zum einen den Effekt des Bezugs von Ökostrom ab dem Jahr 2010 und zum anderen geringe Veränderungen der CO2-Emissionen seit 2010 in etwa auf einem gleichbleibenden Niveau.

Bei den Dienst- und Sonderfahrzeugen entwickelte sich der Durchschnittsverbrauch an Dieselkraftstoff im Jahr 2018 positiv: Er verringerte sich um 9,4 Prozent gegenüber dem Jahr 2017. Da die Bautätigkeit weiter abgenommen hat, reduzierte sich der Verbrauch der Baumaschinen im Jahr 2018 deutlich um 21 Prozent.

Bis Ende des Jahres 2018 galt ein ÖDLA, in dem die Absenkung der CO2-Emissionen pro Platz-Kilometer vereinbart war. Das für 2018 gesteckte Ziel von 9,0 Gramm pro Platz-Kilometer konnte nicht erreicht werden. Dennoch hat sich der Kennwert 2018 gegenüber dem Vorjahr leicht auf 9,28 Gramm pro Platz-Kilometer verbessert.

Entwicklung der Klimaschutzkennzahl

Bei leicht gesunkenen CO2-Emissionen und höheren Nutz-Kilometern errechnen sich bessere Kennzahlen bei den CO2-Emissionen pro Nutz-Kilometer: Sie sanken um 0,6 Prozent bezogen auf die CO2-Gesamtemissionen bzw. um 1,3 Prozent bezogen auf die CO2-Emissionen der Linienfahrzeuge.

CO2 Emissionen pro Nutz-km

Emissionen bei Bussen

[GRI 103/305, 305-6]

Durch eine Ersatzbeschaffung wurden 20 Busse mit dem Abgasstandard Euro VI in Betrieb genommen. Infolgedessen sanken die Emissionen der Partikel und der Stickoxide. Für das Jahr 2020 sind weitere Emissionsabsenkungen zu erwarten, wenn weitere Busse mit Abgasstandard Euro VI in Betrieb gegangen sein werden.

Partikel und Stickoxidemissionen der Linienbusse in kg/a

Ab Herbst 2019 werden insgesamt 43 neue Busse mit der Abgasnorm Euro VI eingesetzt. Die 28 Gelenkbusse verfügen dann über einen Hybridantrieb. Dieser unterstützt den Verbrennungsmotor bei hohen Leistungsanforderungen und beim Anfahren. Bei jedem Verzögerungsvorgang wird dabei elektrische Energie in Doppelschichtkondensatoren gespeichert. Auf diese Weise kann der Kraftstoffverbrauch um bis zu acht Prozent gesenkt werden.

Die intensive öffentliche Diskussion um Abgasmanipulationen und die Verbrauchs- und Emissionsunterschiede zwischen Test- und Realbetrieb haben auch vor der BSAG nicht halt gemacht. In der Folge haben wir Messungen im Realbetrieb bei unseren Bussen vorgenommen. Es wurden verschiedene Busse unterschiedlicher Hersteller und Baujahre mit Abgasstandard EEV im Vergleich zu Euro VI getestet. Die Messungen führte das Institut für angewandte Nutzfahrzeugforschung (BELICON GmbH) an der Hochschule Landshut im Herbst 2017 durch.

Das Institut kam unter anderem zu dem Ergebnis, dass sich aufgrund des obligatorischen SCR-Filters mit Harnstoffeinspritzung (SCR: selektive katalytische Reduktion) bei den Euro-VI-Fahrzeugen ein „Quantensprung“ bei der Reduzierung der Stickoxidemissionen eingestellt habe. Bei den Testfahrten mit rund 0,65 Tonnen Zuladung (entspricht einer Besetzung mit neun Fahrgästen) erreichte der Euro-VI-Gelenkbus eine Stickoxidreduzierung um mehr als 95 Prozent gegenüber dem Mittelwert der EEV-Fahrzeuge.

Wir sind uns bewusst, dass auch der ÖPNV einen Teil zu den Umweltbelastungen in Bremen beiträgt, solange fossile Energieträger, allen voran Diesel, genutzt werden. Daher ist es der gemeinsame Wille des Unternehmens und der Stadt Bremen, die Elektromobilität weiterzuentwickeln und bis zum Jahr 2025 50 Prozent der Verkehrsleistungen klimaneutral zu erbringen. Da die Straßenbahnen bereits seit einigen Jahren mit klimaneutralem Ökostrom betrieben werden, gelingt dies nur mit der Einführung elektrisch betriebener Busse.

Im Jahr 2018 betrieb die BSAG zwei batterieelektrische Busse unter wissenschaftlicher Begleitung. Im Berichtsjahr wurde ein Einführungskonzept für die Elektromobilität aufgestellt und ein Förderantrag zur Finanzierung der ersten fünf Serien-E-Busse sowie die erforderliche Infrastruktur genehmigt.

Mit unserer Beteiligung am Konzept Green City tragen wir zur nachhaltigen Reduktion verkehrsbedingter Luftschadstoffe bei. Vorrangiges Ziel dabei ist die Reduzierung der Stickoxid-Emissionen. Es wurden 84 Maßnahmen und Projekte benannt, bewertet und angestoßen.

Emissionen bei Dienstreisen

[GRI 305-3]

2018 wurden von den rund 458.000 Personen-Kilometern 63 Prozent mit der Bahn, 20 Prozent mit dem Dienst-Pkw, 11 Prozent mit dem Flugzeug und 6 Prozent mit dem Privat-Pkw erbracht. Die Treibhausgasemissionen verteilen sich zu 34 Prozent auf Dienst-Pkw, zu je 28 Prozent auf Bahn und Flugzeug und zu 10 Prozent auf Privat-Pkw. Die Emissionsdaten wurden berechnet mit Faktoren, die das Umweltbundesamt im Herbst 2018 veröffentlicht hat. Sie geben Durchschnittswerte der Treibhausgasemissionen des jeweiligen Verkehrsmittels je Personen-Kilometer an.

Treibhausgasemissionen je Verkehrsträger

Emissionen durch Kältemittel

[GRI 305-6]

Der Bedarf an Kältemittel für die Straßenbahnen des Typs GT8N-1 und für die Busse ist 2018 um 1,8 Prozent gestiegen. Der Fluorkohlenwasserstoff R134a weist ein erhebliches klimaschädliches Potenzial auf, wenn er in die Luft gelangt. Das Treibhauspotenzial ist im Vergleich zu CO2 um das 1.430-fache höher. Wir erfassen die Mengen an R134a, die im Laufe des Jahres bei Wartungsarbeiten in die Klimaanlagen der Fahrzeuge nachgefüllt werden mussten. Wir gehen davon aus, dass diese Nachfüllmengen durch Undichtigkeiten in die Atmosphäre gelangten. Bei Bussen sind insbesondere die langen Kühlmittelleitungen zwischen dem Kompressor am Motorblock und den Verdampfern auf dem Fahrzeugdach anfällig für Undichtigkeiten. Leider sind die Hersteller nicht in der Lage, dies dauerhaft abzustellen.

Die Nachfüllmenge verteilt sich auf über 200 Busse und 43 Straßenbahnen. Zwei Busse, die 2017 neu angeschafft wurden, setzen auf ein anderes Klimasystem: Hier wird die Kälte in mehreren elektrisch betriebenen Kompakt-Klimaanlagen hergestellt, sodass bei eventuellen Leckagen nur wenig Kühlmittel austreten kann. Die für 2019 bestellten Busse sind ebenfalls mit diesem Kühlsystem ausgerüstet.

Emissionen durch Lärm

Auch Lärm gilt als umweltschädliche Emission. So verursachen Straßenbahnen beim Durchfahren von Kurven oder beim Überqueren von Kreuzungen oder Weichen Lärm, den wir verringern wollen. Vielversprechend sind Messergebnisse mit Radabsorbern, die direkt an den Rädern angebracht werden und Schwingungen am Entstehungsort dämpfen. Alle neuen Straßenbahnen werden mit diesen Radabsorbern ausgestattet. Außerdem erhalten alle restlichen Straßenbahnen des Typs GT8N-1 die Schallabsorber. Der Einbau soll im Rahmen der Revisionsarbeiten bis Mitte 2021 abgeschlossen sein. Entsprechende Hinweise von Anwohnern oder Kunden nehmen wir sehr ernst und bearbeiten sie im Rahmen unseres Beschwerdemanagements.

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