Aus- und Weiterbildung

[GRI 103/404, 404-1, 404-2, 404-3]

Kompetenzmanagement ist ein wesentlicher Aspekt in der Personalentwicklung und im Talent Management. Es hat die Aufgabe, die bestehenden Fachkenntnisse und Fertigkeiten zu ermitteln, zu beschreiben und so zu entwickeln, dass die Kompetenzen der Mitarbeitenden der Nachfrage im Unternehmen entsprechen. Wir machen damit die Personalplanung ein Stückweit transparenter und tragen zur Erreichung strategischer Unternehmensziele bei. Kurzum: Kompetenzmanagement sichert den Wissenserwerb und die Weiterentwicklung des Unternehmens als Ganzes.

Die BSAG sieht den Kompetenzaufbau und -erhalt als einen wesentlichen Baustein ihrer Personalentwicklung, um die Beschäftigungs- und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden langfristig zu sichern. Denn in Zukunft wird es für unsere Fachkräfte verstärkt darauf ankommen, sich zielorientiert weiterzubilden und lebenslanges Lernen zur Selbstverständlichkeit zu machen.

Die berufliche Fort- und Weiterbildung der BSAG hat das Ziel, aufbauend auf der Erstausbildung und/oder den beruflichen Erfahrungen einer Person neue Qualifikationen zu vermitteln oder alte zu erhalten und aufzufrischen. Das Lernen in der beruflichen Fort- und Weiterbildung kann entweder formal in internen oder externen Weiterbildungsmaßnahmen oder online am Arbeitsplatz bzw. informell im Alltags und durch Erfahrungen erfolgen.

Die systematische Umsetzung erfolgt in sechs Schritten:

  1. Bedarfsanalyse
  2. Zieldefinition
  3. Planung
  4. Durchführung
  5. Erfolgskontrolle
  6. Transfersicherung

 

Der Wissenstransfer bildet eine Basis für die langfristige und strategische Personalplanung und soll Engpassrisiken – besonders bei ungeplanter Fluktuation – rechtzeitig minimieren. Über unser bestehendes Konzept zum Wissensmanagement sichern wir die schnelle Verantwortungsübernahme insbesondere bei Schlüsselpositionen. Instrumente der BSAG, die dafür zur Verfügung stehen, sind unter anderem:

  • Leitfaden Wissensmanagement
  • Matrix Schlüsselpositionen
  • Einarbeitungspläne
  • Mentoring-Programm
  • Prozessmanagement-Software
  • Wikis
  • Funktionsbeschreibungen und Organisationshandbuch

 

Unsere wesentliche Kennzahl in der Fort- und Weiterbildung ist die Anzahl der Weiterbildungstage pro Jahr. Sie stieg im Jahr 2018 auf 5.487,77 Tage – ein Plus von 706,29 Tagen gegenüber dem Vorjahr. Mittelfristig ist die Einführung weiterer Kennzahlen geplant.

Entwicklung der Schulungstage (gesamt)

Bedarfsanalyse

Im Jahr 2018 lag der Fokus auf dem systematischen Ausbau der bedarfsorientierten Qualifizierungen. Die sogenannte tätigkeitsorientierte Bedarfsanalyse setzt an den Tätigkeitsinhalten und deren Anforderungen sowie der Qualifikation und dem Potenzial der Mitarbeitenden an. Die Feststellung erfolgt im Gespräch zwischen der Führungskraft und/oder den Mitarbeitenden sowie dem Fachbereich Fort- und Weiterbildung. Erste Ergebnisse der bedarfsorientierten Vorgehensweise sind in den steigenden Weiterbildungstagen der Rubriken „EDV-Wissen und -Anwendungen“ und der „technischen, betrieblichen und gesetzlichen Weiterbildung“ zu erkennen. Für das Jahr 2019 ist eine strategische Bedarfsanalyse zum Auf- und Ausbau zukunftsfähiger fachübergreifenden Kompetenzen der BSAG-Mitarbeitenden geplant.

Beratungsangebot für die Mitarbeitenden

Im zweiten Quartal 2018 startete das Pilotprojekt „Chancen nutzen! Weiterbildung“. Im Rahmen dieses Angebots können sich die Mitarbeitenden der BSAG zu beruflichen Weiterbildungsmöglichkeiten außerhalb der Arbeitszeit und deren Fördermöglichkeiten beraten lassen. Außerdem können sie sich unter bestimmten Voraussetzungen für eine anteilige Kostenübernahme bewerben.

Eine erste Bilanz nach neun Monaten zeigte, dass das Beratungsangebot entsprechend genutzt wird. 50 Prozent der Mitarbeitenden, die die persönliche Beratung in Anspruch genommen haben, kamen aus dem Fahrdienst, 45 Prozent nahmen eine Folgeberatung zur Konkretisierung der Weiterbildungsziele wahr und erste Bewerbungen für eine anteilige Kostenübernahme wurden genehmigt. Im kommenden Jahr soll das Angebot fortgeführt werden.

Lösungen für Ungelernte und Langzeitarbeitslose

Nicht in allen Bereichen der BSAG müssen hochqualifizierte Spezialisten arbeiten, und so bietet die BSAG auch Chancen für An- und Ungelernte oder Langzeitarbeitslose, wenn bestimmte körperliche Voraussetzungen, ausreichende Deutschkenntnisse sowie ein kundenorientiertes Verhalten vorhanden sind. In Zusammenarbeit mit dem Bremer Jobcenter bieten wir für diese Zielgruppe eine einjährige Ausbildung in den drei Bereichen Fahrgastbegleitende, Ticketprüfende oder Kraftomnibusfahrende an. Im Jahr 2018 haben insgesamt 42 Arbeitssuchende bzw. Arbeitslose an unseren Qualifizierungsmaßnahmen teilgenommen. Davon konnten 25 nach erfolgreichem Abschluss übernommen werden.

Im Jahr 2018 startete darüber hinaus das Projekt Mobile Service-Mitarbeitende im Rahmen des Beschäftigungsprogram ms „Perspektive Arbeit Saubere Stadt“ des Senators für Wirtschaft, Arbeit und Häfen. Nach der Entwicklung eines neuen Tätigkeitsprofils konnten 44 neue Mitarbeitende für das Projekt rekrutiert werden. In den ersten zwei Monaten durchliefen sie ein intensives Einarbeitungsprogramm, das Anleitungs-, Qualifizierungs-, Hospitations- und praktische Anteile enthielt. Seither sind die Mobilen Service-Mitarbeitende für unsere Fahrgäste an den zentralen Haltestellen im Einsatz und unterstützen den Fahrdienst, das Haltestellenmanagement und den Kundenservice.

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