Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

[GRI 103/403]

Ziele des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) sind, die Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden zu erhalten, zu fördern und zu verbessern und somit Fehlzeiten im Betrieb zu verringern sowie die Kundenzufriedenheit zu erhöhen.

Die BSAG strebt an, die Arbeitsplatzverhältnisse so zu gestalten, dass berufsbedingte gesundheitsgefährdende Belastungen in jeder Lebensphase minimiert werden. Gleichzeitig wollen wir gesundheitsfördernde Ressourcen stärken, um so Gesundheit, Wohlbefinden, Freude an der Arbeit und die Verbundenheit mit dem Unternehmen zu erhöhen. Damit das Gesundheitsmanagement erfolgreich sein kann, sind die Mitarbeitenden zu aktiver Beteiligung und eigenverantwortlichem Verhalten aufgefordert.

Grundlage sind unter anderem gesetzliche Anforderungen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Dreh- und Angelpunkt sind die Gefährdungsbeurteilungen nach dem Arbeitsschutzgesetz und die darauf basierenden Verordnungen. Derzeit wird das Gesamtkonzept zur Durchführung und Dokumentation von Gefährdungsbeurteilungen überarbeitet, denn die Anforderungen sind in den vergangenen Jahren komplexer geworden. In die Überarbeitung ist neben den Fachkräften der Betriebsrat der BSAG eingebunden.

Bestandteil des BGM ist auch die Erhebung einschlägiger Kennzahlen wie der Gesundheitsquote, der Zahl der Arbeits- und Wegeunfälle und der damit einhergehenden Arbeitsausfalltage.

Schwerpunkte des Arbeitsschutzes lagen im Jahr 2018 in der Intensivierung von Gefährdungsbeurteilungen, um Unfallgefahren systematisch zu erkennen und geeignete Maßnahmen einzuleiten. Im Berichtsjahr wurde eine zusätzliche Sicherheitsfachkraft eingestellt.

Ein weiterer Fokus lag in den Schutzmaßnahmen bei Arbeiten im Gleisbereich. Nach einem schweren Unfall Anfang Mai 2018 wurden alle organisatorischen und formalen Abläufe geprüft und verbessert. In der Folge wurde eine „für den Bahnbetrieb zuständige Stelle“ bestimmt, die zukünftig Sicherungsanweisungen erteilt und die Umsetzung überwacht.

Arbeitsunfälle

Mit 193 Unfällen im Jahr 2018 sind die Unfallzahlen insgesamt geringfügig angestiegen (2017: 189). Während fünf Wegeunfälle mehr registriert wurden, verringerte sich die Anzahl der Betriebsunfälle um einen Unfall. Insgesamt ist eine steigende Tendenz zu erkennen.

Die Anzahl der unfallbedingten Ausfalltage hat sich im Jahr 2018 gegenüber dem Jahr 2017 um 607 verringert. Die Ausfalltage der Betriebsunfälle verringerten sich um 893 Ausfalltage, die der Wegeunfälle stieg um 286 Tage an.

Im Jahr 2018 wurden intensive Diskussionen mit Führungskräften zu Gefährdungen bei der Arbeit und geeigneten Minderungsmaßnahmen geführt. Aus Anlass eines schweren Unfalls bei Arbeiten im Gleisbereich wurden außerdem die Sicherungsmaßnahmen geprüft, die Organisation und die Abläufe verändert und Überwachungsmaßnahmen verstärkt.

Eine Überprüfung der Staatlichen Gewerbeaufsicht zur Sicherheit von Krananlagen ergab bei der BSAG keine größeren Mängel.

Gesundheitsmanagement

[GRI 103/403]

Die Gesundheitsquote der BSAG sinkt seit einigen Jahren, weshalb das Gesundheitsmanagement der BSAG neu aufgestellt werden soll. Eine überarbeitete Betriebsvereinbarung zum Gesundheitsmanagement befindet sich derzeit in Diskussion mit dem Betriebsrat. Kernpunkt ist die Ableitung von konkreten Maßnahmen beispielsweise auf Basis der Mitarbeitendenbefragung oder von Erhebungen des Betriebsarztes.

Die Leistungen der Betrieblichen Sozialberatung wurden im Jahr 2018 von 88 Mitarbeitenden und 57 Führungskräften in Anspruch genommen. Die Beratungsanlässe betrafen arbeitsplatzbezogene Themen (33 %), Psyche/Psychosomatik (27 %), das private Umfeld (27 %) und den Themenkomplex Suchtmittel/Abhängigkeit (11 %). 

Das Gesundheitsprojekt saluteB für Beschäftigte des Fahrdienstes begleitet rund 350 Mitarbeitende auf ihrem Weg zu einem gesunderen Lebensstil und wird finanziell von der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft unterstützt. Die Wirksamkeit wird wissenschaftlich evaluiert; der Projektabschluss ist für Mitte 2020 geplant. Das Firmenfitnessangebot der BSAG wurde auch im Berichtsjahr sehr gut angenommen: Durchschnittlich 800 Personen trainieren regelmäßig in Fitnessstudios und Schwimmbädern.

Die Analyse psychischer Belastungen im Fahrdienst ergab vier Schwerpunkte, die kontinuierlich bearbeitet werden:

  • Kommunikation in Verbindung mit Führung
  • Verbesserung von Reparatur und Instandhaltung der Fahrzeuge
  • Sicherheit auf Fahrzeugen in Verbindung mit Sicherheit an Haltestellen
  • Verringerung von Zeitdruck in Verbindung mit der Verbesserung der Dienstplangestaltung.

Das Konzept der Betreuung des Fahrpersonals nach traumatischen Erlebnissen, wie Überfälle oder schwere Verkehrsunfälle, wurde fortgesetzt. Im Jahr 2018 erlitten 44 Personen so schwere Vorfälle, dass sie zunächst in das Betreuungskonzept aufgenommen wurden. Davon wurden 30 Personen zeitweise arbeitsunfähig.

Aufgrund der Erkenntnis, dass ältere Mitarbeitende mehr Erholung benötigen, um bis zum Renteneintritt gesund und leistungsfähig zu bleiben, haben wir das Konzept der Entlastungstage eingeführt. Auf Basis eines Tarifvertrags können langjährig Beschäftigte zusätzliche freie Tage bei Einbehalt eines Eigenanteils in Anspruch nehmen. Dieses Angebot nahmen Ende des Jahres 2018 425 Personen in Anspruch.

Auch die tariflich vereinbarte Altersteilzeitregelung wird weiterhin gut angenommen. Im Jahr 2018 waren 213 Altersteilzeitverträge genehmigt, meist im sogenannten Blockmodell, bei dem eine Hälfte der vereinbarten Zeit weiterhin Vollzeit gearbeitet wird und die andere Hälfte gar nicht mehr.

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