Wirtschaftliche Leistung

[GRI 102-7, 201-1]

Bremen und die BSAG sind eng miteinander verbunden: 188 Mal fährt jede Bremerin und jeder Bremer pro Jahr mit Bus oder Bahn – statistisch gesehen. Insgesamt kommt es so zu rund 105 Millionen beförderten Personen jährlich. Die BSAG verbessert ihr Angebot ständig, damit sich diese Zahl weiter erhöht. Im Jahr 2018 entsprach die Zahl der Fahrgäste mit 105,7 Millionen annähernd dem Vorjahresniveau von 105,6 Millionen. Das Angebot lag mit 21,4 Millionen Nutzwagen-Kilometern um 0,3 Millionen über dem Planansatz. Die wesentlichen Änderungen zum Vorjahr betrafen die Angebotsoptimierungen im Busnetz Bremen-Nord hinsichtlich der Linienführung und diverser Taktanpassungen auf den Linien 90, 91, 92, 94 und 95. Die Abweichung zum Planansatz resultiert aus der operativen Abwicklung von Baustellen- und Veranstaltungsverkehren.

Die Umsatzerlöse lagen 2018 mit 118,7 Millionen EUR um 3,2 Millionen EUR (2,8 %) höher als im Vorjahr und damit auf Planniveau. Die Erlöse aus der Personenbeförderung (109,6 Millionen EUR) überstiegen den Vorjahreswert um 2,3 Millionen EUR (2,2 %), der Planwert wurde mit 0,2 Millionen EUR (0,3 %) überschritten. Die Anpassung der Tarife im Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen wirkte sich dabei mit durchschnittlich 2,1 Prozent aus, was annährend der Planannahme von 2,0 Prozent entspricht.

Mit einem Verlust von 56,0 Millionen EUR lag das Ergebnis um 0,1 Millionen EUR (0,1 %) unter dem Planwert und um 0,5 Millionen EUR (1,0 %) über dem Vorjahreswert. Zwar wurde mit diesem Ergebnis der fortgeschriebene Planverlust des laufenden ÖDLA für das Jahr 2018 nicht erreicht, kumuliert wurde die Zielvorgabe gemäß Vertrag jedoch sogar um rund 1,4 Millionen EUR unterschritten.

Die Bilanzsumme erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 7,5 Millionen EUR (1,7 %) auf 446,2 Millionen EUR. Die Eigenkapitalquote verringerte sich aufgrund der gestiegenen Bilanzsumme von 18,8 Prozent im Vorjahr auf 18,6 Prozent.

Attraktive Angebote

[GRI 103/203, 203-1]

Die BSAG möchte ihren Fahrgästen ein breites und kundenorientiertes Angebot bieten. Dabei werden im Rahmen des ÖDLA konkrete Vorgaben zum Beispiel bezüglich des Einzugsbereichs der Haltestellen, der Betriebs- und Taktzeiten oder der Fahrzeugauslastung gestellt. Beispielsweise bestehen hinsichtlich der Fahrzeugauslastung festgelegte Qualitätskriterien, die nicht unterschritten werden sollen, so etwa eine mittlere Auslastung der Busse und Bahnen in der gleitenden Spitzenstunde der Hauptverkehrszeit von 65 Prozent. Die Vorgaben des ÖDLA bauen auf spezifischen Empfehlungen des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen zur Gestaltung des Angebots im ÖPNV auf.

Der strategische Linienausbau wird im Verkehrsentwicklungsplan 2025 beschrieben. Dabei besteht bei vielen Maßnahmen das Ziel, den Direktfahreranteil durch Linienerweiterung zu erhöhen. Das von der BSAG bediente Gebiet wird laufend an veränderte Rahmenbedingungen angepasst und neue Gebiete durch veränderte Linien erschlossen. Aktuell liegen nur sehr wenige Teilgebiete außerhalb der definierten Erschließungsradien.

In 30 Prozent der Straßenbahnen und 40 Prozent der Busse sind automatische Fahrgastzählanlagen eingebaut. Mithilfe von Infrarotsensoren über jeder Tür werden die Ein- und Aussteigenden an jeder Haltestelle gezählt. Mindestens einmal jährlich werden alle Fahrgastzahlen ausgewertet.

Im Jahr 2018 schaltete die BSAG eine Leistungs- und Imagekampagne, um die Vorteile des ÖPNV stärker ins Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger zu bringen und die Attraktivität zu steigern. Schwerpunkte waren das ÖPNV-Angebot, die Anbindung bzw. Erschließung neuner Stadtteile und die Ankündigung der Mobilitätsdrehscheibe in Gröpelingen.

Beschaffung neuer Straßenbahnen

[GRI 102-7, 302]

Die BSAG verfügt aktuell über insgesamt 120 Straßenbahnen (119 für Linieneinsatz, 1 für Fahrschule), von denen 77 in den Jahren 1993 bis 1996 in Betrieb genommen wurden. Aufgrund einer sehr hohen Laufleistung haben diese bereits heute ihr technisches Laufzeitende nahezu erreicht. Die Pläne und Konzepte zur Ersatzbeschaffung von 77 neuen Straßenbahnen laufen deswegen bereits seit 2012 und sind aktuell in der Umsetzung. Die hohe Vorlaufzeit entstand insbesondere durch verschiedene Einzelprojekte – von technischen, rechtlichen bis zu finanziellen Aspekten –, die zusammen erarbeitet und in Einklang gebracht werden müssen. Das Gesamtprojekt ist deswegen in verschiedene Teilprojekte gegliedert:

  • Beschaffung von 77 neuen Fahrzeugen bis Ende 2022
  • Anpassung Infrastruktur und Werkstätten bis Ende 2022
  • Erweiterung zweier Werkstattbereiche am Standort Flughafendamm
  • Änderung der Straßenbahnabstellanlage am Standort Neue Vahr
  • Neubau Betriebshof und Umsteigeanlage Gröpelingen bis Ende 2022

Ende des Jahres 2019 werden die ersten Fahrzeuge geliefert, die voraussichtlich ab dem ersten Quartal 2020 zum Einsatz kommen. Diese sind dabei sowohl technisch als auch aus Sicherheits- und Komfortaspekten auf dem neuesten Stand. Die neuen Straßenbahnen sind mit Mehrzweckflächen für Rollstuhlfahrer, Kinderwägen oder Rollatoren ausgestattet und können dabei trotzdem die nahezu gleiche Anzahl von Fahrgästen befördern. Die wartungsarmen und langlebigen Fahrzeuge sind dabei zu 90 Prozent recyclingfähig und sind in der Lage, rückgewonnene Bremsenergie zur Beheizung des Innenraums im Winter zu verwenden oder sie als Strom ins Netz einzuspeisen. Durch die Verwendung von Schallabsorbern wird zudem der Lärm deutlich reduziert. Dadurch, dass die Fahrzeuge nach neuesten Erkenntnissen der Ergonomie gestaltet wurden, entlasten diese auch unsere Mitarbeitenden aus Fahrdienst und Werkstatt bei der Wartung und im Betrieb.

Mit den neuen Straßenbahnen geht die Einrichtung von entsprechenden Abstell- und Instandhaltungsplätzen einher. Der Standort Gröpelingen gehört mit 24.000 Fahrgästen, die pro Tag zu- oder umsteigen, zu den größten in unserem Netz. Die Neuplanung sieht vor, dass insgesamt 33 Abstellflächen geschaffen, 4.400 Meter Gleise verlegt sowie eine erweiterte Werkstatt mit Sozialräumen für unsere Mitarbeitenden eingerichtet wird. Dieser Neubau des Betriebshofs und der Umsteigeanlage steigert darüber hinaus die Lebensqualität des Stadtteils Gröpelingen, indem ein zentraler Punkt völlig neugestaltet wird.

Baumaßnahmen

[GRI 103/203, 203-1]

Jedes Jahr beschäftigen uns durchschnittlich zehn größere Baumaßnahmen rund um die Verkehrswege und Betriebsstätten der BSAG. Hoch- und Tiefbaumaßnahmen rund um unsere Gleisanlagen und Werkstattgebäude sind unabdingbar, um langfristig die Betriebsabläufe und die Betriebssicherheit zu gewährleisten. Im Ergebnis sichern diese Baumaßnahmen, dass wir das ÖPNV-Angebot für die Bremer Bürgerinnen und Bürger aufrecht erhalten und ausweiten können. Durch moderne Gebäude und Arbeitsplätze verbessern wir auch die Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeitenden.

Ein Beispiel dafür ist der Neubau der Betriebsstelle Neustadt und der Betriebsleitstelle. Die Einsatzstelle unserer Fahrerinnen und Fahrer des Betriebshofs Neustadt war in die Jahre gekommen, sodass ein Neubau notwendig war. Darüber hinaus musste die Leitstelle an neue technische Entwicklungen angepasst werden. Beides ist nun in einem Gebäude vereint, das technisch auf ein aktuelles Niveau und hinsichtlich der Arbeitsplatzgestaltung attraktiver gestaltet wurde. Das Fahrpersonal und Verwaltungskräfte haben das Gebäude Ende des Jahres 2018 bezogen. Die Leitstelle wird im April 2019 ihren Betrieb aufnehmen.

Unsere Baumaßnahmen, insbesondere im Gleisbau, haben in unterschiedlicher Form Auswirkungen auf Mensch und Umwelt – in Form von Lärm, Emissionen, Baustellenverkehr, eingeschränkter Erreichbarkeit für Anwohner, mitunter auch Umsatzeinbußen für Ladenbesitzer. Die BSAG ist bemüht, die negativen Auswirkungen von Bautätigkeiten so gering wie möglich zu halten. Je nach Art und Stadium der Baumaßnahme sind hierfür die Center Infrastruktur, Verkehrsplanung und Betrieb zuständig.

Die Konformität des Wareneingangs mit unseren Einkaufsbedingungen wird kontinuierlich durch die Bauüberwachung überprüft. Bei jeder größeren Baumaßnahme beziehen wir bereits im Vorfeld die Öffentlichkeit im Rahmen von Planungsverfahren mit ein. Hier haben die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, das Verfahren bereits früh aktiv zu beeinflussen. Während der Baumaßnahmen nehmen wir an einem Servicetelefon Beschwerden auf und beantworten Fragen.

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